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Klinische Studien

Als Universitätsklinik beteiligen wir uns intensiv daran, durch eigene Forschung sowie die Ausbildung ärztlichen und wissenschaftlichen Nachwuchses die Versorgung der Patienten stetig zu verbessern. Dazu gehört auch die Durchführung klinischer Studien, das heißt der Test der Wirksamkeit und Unbedenklichkeit neuer Arzneimittel oder Therapien an Patienten. Klinische Studien sind gesetzlich streng reglementiert: Ablauf und Ergebnis müssen transparent dokumentiert sein, es muss eine Erlaubnis der zuständigen Behörde und der Ethikkomission vorliegen. Studienteilnehmer werden ausführlich über Ablauf und Risiken aufgeklärt und stimmen nach ausreichend Bedenkzeit schriftlich zu. Diese Zustimmung kann der Patient ohne Angabe von Gründen jederzeit widerufen, ohne dass ihm daraus ein Nachteil erwächst. 

Klinische Studien, an denen wir als Studienzentrum beteiligt sind, betreffen die systematische Testung verbesserter Operationstechniken (Studien CABACS und RIPHeart). 

CABACS-Studie
Vollständiger Titel: Coronary Artery Bypass graft surgery in patients with Asymptomatic Carotid Stenosis – eine randomisierte, kontrollierte klinische Studie
Für Patienten, die eine Bypass-Operation benötigen und gleichzeitig unter einer Verengung der Halsschlagader leiden (Carotis-Stenose), soll das Risiko eines Schlaganfalls während bzw. nach der OP verringert werden. Getestet wird, ob ein chirurgischer Eingriff zur Beseitigung der Carotis-Stenose versetzt oder zusammen mit der Bypass-Operation dem Patienten Vorteile bringt im Vergleich zur alleinigen Bypass-OP. 

RIPHeart-Studie
Vollständiger Titel: Remote Ischaemic Preconditioning for Heart Surgery – eine multizentrische, randomisierte, doppelbllinde Studie der Phase III
Es sollen Techniken erprobt werden, die Patienten gegen eine mögliche Unterversorgung mit Sauerstoff während der Herzoperation schützen. Dabei setzt die Studie auf „Fern-Präkonditionierung“: Vor der Operation wird ein kurzzeitiger Sauerstoffmangel in robusten Körperteilen wie Unterarm oder Unterschenkel durch Aufblasen einer Blutdruckmanschette erzeugt. Dadurch werden in diesem Körperteil Botenstoffe freigesetzt, die die Widerstandsfähigkeit von lebenswichtigen Organen wie dem Gehirn und dem Herzen erhöhen – wenn es danach zu einem operativ bedingten Sauerstoffmangel kommen sollte. Im übertragenen Sinne hat das Organ gelernt, einen Sauerstoffmangel zu überbrücken. 

HICARE
Vollständiger Titel: Health, Innovative Care and Regional Economy– eine multizentrische Prävalenzstudie
In einem regional konzertierten Ansatz sollen wirkungsvolle, standardisierte und transferierbare Interventionsstrategien entwickelt und erprobt werden, um der Ausbreitung multiresistenter Erreger (MRE) wirkungsvoll zu begegnen. In diesem Rahmen beteiligen wir uns an einer Verlaufsbeobachtungsstudie zum Auftreten multiresistenter Keime vor und nach verschiedenen operativen Eingriffen.